ARTEFAKTE 5 - Junges Tanztheater in der Max-Taut-Aula
Der Verein “Flatback and cry” bietet seit nunmehr 17 Jahren Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit zum Tanztraining und zur Ausbildung im modernen Bühnentanz. Ein Mal im Jahr wird ein abendfüllendes Programm mit neuen Produktionen gezeigt, die jugendlichen Elan und Enthusiasmus mit künstlerischem Formbewusstsein eindrucksvoll verknüpfen.
Bei ARTEFAKTE 5 nutzen junge Choreografinnen und Tänzer die große Spannbreite der verschiedenen Formen und Stilmittel des Modernen Tanzes, um das Publikum in ihre Welt mit zu nehmen. Die Stärke des Abends liegt in der unmittelbaren Beteiligung der Tänzerinnen an der Erarbeitung der Stücke, wobei persönliche Erfahrungen und Erlebnisse mit einbezogen werden.
Es werden drei sehr unterschiedliche Tanztheaterstücke aufgeführt, die den Zuschauer zum Genießen, zum Sinnen und Besinnen, zu heiteren aber auch nachdenklichen Momenten einladen. Mit ihrer neuen Produktion bringt die Company „Flatback and cry“ im bereits 17. Jahr ihres Bestehens wieder bewegte und bewegende Kunst auf die Bühne.
Das Bühnenprogramm wird durch eine Ausstellung mit ausgewählten Fotos aus der Serie „Sprünge“ von Gerhard Westrich im Foyer der Max-Taut-Aula begleitet.
Programm:
„high performance“, Choreografie: Raisa Kröger
„Böser roter Apfel !“, Choreografie: Steffi Reintzsch
„subsTANZen“, Choreografie: Conny Buber
Pause nach dem zweiten Stück
Ausstellung im Foyer: Fotografien von Gerhard Westrich
Ort:
Max-Taut-Aula
Fischerstraße/Schlichtallee
10317 Berlin-Lichtenberg (Nähe S-Bhf. Nöldnerplatz)
Vorstellungen:
Freitag, 09.07.2010, Beginn: 20 Uhr
Samstag, 10.07.2010, Beginn: 20 Uhr
Sonntag, 11.07.2010, Beginn: 16.00 Uhr
Eintritt: 11,00 € (ermäßigt 9,00 €)
Vorbestellungstelefon: 030-52 69 88 04
Zu den Stücken:
high performance
„Weil es mir Spaß macht, mich zu bewegen.“, „Weil es eine Möglichkeit ist, meine Gefühle auszudrücken.“, oder: „Weil ich gerne an meine körperlichen Grenzen gehe.“ Die Antworten der Tänzerinnen auf die Frage „Warum tanzt ihr?“ stellen die inhaltliche Grundlage für das Stück dar. Der sich bewegende Körper wird zum Thema. Aus der Auseinandersetzung mit Raum, Zeit und Körper resultieren die verschiedenen Bewegungsqualitäten und Konstellationen. Interessant wird es in dem Moment, in dem alles sich miteinander verbindet: Bühnenraum, Lichtdesign und Musik, die Kommunikation der Tänzerinnen untereinander und die Anwesenheit der Zuschauer. Wohin schauen die Zuschauer? Was spricht sie an und wie übersetzen sie für sich die Abläufe auf der Bühne?
Böser roter Apfel ! (SR & Company)
Dies ist die Geschichte jenes roten Apfels, dessen Schmerz und Pein niemand je bedacht hat…
subsTANZen
Die Welt, in der wir leben, scheint fest gefügt, zugleich aber dauernder unsteter Veränderung unterworfen. Unser Leben im Spannungsfeld zwischen privatem Ich und den Anforderungen der Gesellschaft ist voll von wirklichen und vermeintlichen Zwängen und daraus resultierendem Stress. Alltägliche Ereignisabfolgen scheinen dabei immer schneller und gleichförmiger zu werden. In den Massenmedien erscheinen Katastrophen, Sportmeldungen und Boulevard gleich gewichtet. Tradierte Normen verschwinden hinter dem globalisierten Zeitgeist.
Wie können wir aus immer mächtiger wirkenden, alles egalisierenden Routinen ausbrechen, achtsam vorgegebene Wege verlassen und für uns Substantielles entdecken? Können wir das Uhrwerk anhalten, vielleicht sogar die Langsamkeit der Zeit und deren Qualität in unserem Leben wieder entdecken?
“Tanz ist die verborgene Sprache der Seele”
Martha Graham
Die Max-Taut-Aula ist nach langem Brachliegen und vieljähriger Rekonstruktion seit 2007 wieder für die von ihrem Architekten Max Taut gewünschte Nutzung freigegeben: eine Mischung aus schulischer Nutzung und Auftritten von Künstlern aus dem engeren Lichtenberger und weiteren Berliner Umfeld.
Die Modern Dance Company „Flatback and cry“ ist dabei ein wichtiger Bestandteil der künstlerischen Veranstaltungen an diesem historischen Ort. Daneben vertieft der Verein Flatback and cry e.V. seine seit 2007 bestehende erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Max-Taut-Schule und eröffnet neue Klassen für junge Tanzbegeisterte. Nähere Infos unter www.flatback-and-cry.de
Junge Tänzer aus dem Amateur- und semiprofessionellen Bereich bildeten 1993 die Modern Dance Company „Flatback and cry“, damals noch unter dem Namen „La Danse Sacrée“, um ihre Ideen von Tanztheater umzusetzen. Nun im bereits siebzehnten Jahr ihres Bestehens hat sich die Modern Dance Company Flatback and cry als feste Größe im Berliner Theaterleben etabliert. Bisher erarbeitete die Company unter der künstlerischen Leitung der Choreografin Conny Buber siebzehn abendfüllende Produktionen, die mit großem Erfolg vor einem breiten Publikum aufgeführt wurden.
Mit Gründung des gleichnamigen gemeinnützigen Vereins 1998 bekam die Company den rechtlichen Rahmen, um ihren Wirkungskreis zu erweitern. So wurde kontinuierlich neben der Proben- und Bühnenarbeit die tänzerische Ausbildung ausgebaut. In den Trainings- und Ausbildungsklassen des Vereins erhalten Amateurtänzer mit hohem Leistungsniveau, aber auch in der Ausbildung befindliche junge Tänzer Unterricht in Tanztechnik und Choreografie. Ziel ist die Erarbeitung und Aufführung eigener Tanzstücke unter professionellen Bedingungen. Dabei ist die Bühnenerfahrung für alle Beteiligten das höchste Gut. Und so weisen sowohl die Produktionen als auch die Tänzer eine deutlich über das Niveau der Amateurtanzgruppen hinausreichende Qualität auf.
Neben dem eigenen künstlerischen Schaffen veranstaltet der Flatback and cry e.V.seit 2003 regelmäßig das Jugendtanzfestival „Patchwork on stage” für junge Tänzer und Jugendtanzgruppen in Berlin.